Afterwork Elektrotechnik

Notlichtanlagen im Fokus

Aktuelle Normen, komplexe Vorschriften und ein Thema, das im Ernstfall Leben retten kann: Am Afterwork-Event Elektrotechnik 2026 der STFW drehte sich alles um Notlichtanlagen und deren entscheidende Rolle in der Praxis.

Am 14. April lud die STFW zum diesjährigen Afterwork-Event der Elektrotechnik ein. Zahlreiche Branchenvertreterinnen und -vertreter folgten der Einladung, um sich über neue Normenvorgaben und deren praktische Umsetzung zu informieren. Den Auftakt machte Pius Nauer, Leiter Bildung Elektrotechnik an der STFW. In seiner Begrüssung betonte er die Bedeutung solcher Fachveranstaltungen: Gerade in einem Umfeld, in dem sich Vorschriften und Technologien laufend weiterentwickeln, sei es entscheidend, am Ball zu bleiben und Wissen zu teilen.

Bereits zu Beginn seines Referats setzte Jonas Camenzind, Leiter der Inotec Academy, dann einen eindrücklichen Rahmen: Mit Blick auf das tragisches Brandunglück in Crans Montana rückte er die Bedeutung funktionierender Notlichtanlagen ins Zentrum. Denn im Ernstfall geht es nicht nur um Vorschriften, sondern um Menschenleben.

Pius Nauer, Leiter Bildung Elektrotechnik, bei der Begrüssung der Teilnehmenden

Komplexes Zusammenspiel von Normen und Richtlinien

Im Fokus des Abends stand die Frage, welche Vorgaben für Notbeleuchtungsanlagen gelten und wie diese im Alltag korrekt umgesetzt werden können.
Camenzind zeigte auf, wie vielschichtig das Zusammenspiel der verschiedenen Regelwerke ist: VKF-Normen, die Niederspannungs-Installationsnorm (NIN), SN-EN-Normen sowie die SUVA-Vorschriften greifen ineinander und stellen hohe Anforderungen an Planung und Umsetzung.

Dabei wurde deutlich: Notbeleuchtung dient nicht dem Brandschutz selbst, sondern verfolgt ein klares Schutzziel. Sie muss im Notfall, insbesondere bei einem Netzausfall, zuverlässig funktionieren und sichere Fluchtwege gewährleisten. Anhand konkreter Beispiele erläuterte Camenzind zudem die Entwicklung zentraler Richtlinien, etwa die Überarbeitung des STP 1.8 hin zur heutigen SNG. Auch Themen wie die Signaletik bei Fluchtwegen oder die Platzierung von Notbeleuchtungszentralen wurden praxisnah eingeordnet.
 

Jonas Camenzind, Leiter Inotec Academy, erklärt die Wichtigkeit des vertikalen Fluchtweges

Licht, das im Ernstfall entscheidend ist

Ebenfalls eindrücklich war der Einblick in die lichttechnische Abnahme. Dabei wurde deutlich, dass Notbeleuchtung weit mehr ist als reine Orientierung: Sie übernimmt unterschiedliche Aufgaben – vom Ausleuchten von Fluchtwegen bis hin zur gezielten Beleuchtung von Einrichtungen für Brandbekämpfung und Erste Hilfe. Diese Bereiche müssen unterschiedlich bewertet und geplant werden.

Während Fluchtwege eine sichere Evakuation ermöglichen sollen, geht es bei Erste-Hilfe-Stationen oder Brandbekämpfungseinrichtungen darum, im Notfall rasch und gezielt handeln zu können. Gerade in Arbeitsumgebungen mit erhöhter Gefährdung wird dies besonders relevant. Notbeleuchtung muss sicherstellen, dass auch in kritischen Situationen ausreichend Sicht vorhanden ist. Camenzind veranschaulichte dies mit einem prägnanten Beispiel: Maschinen wie eine Kettensäge laufen nach einem Stromausfall noch nach und genau in diesen Sekunden kann gute Sicht entscheidend sein, um Verletzungen zu verhindern.
 

Austausch und Networking beim Apéro

Nach dem Fachreferat nutzten die Teilnehmenden die Gelegenheit, offene Fragen direkt mit Jonas Camenzind und Pius Nauer zu klären. Beim anschliessenden Apéro riche verlagerte sich der Fokus vom Vortrag in den persönlichen Austausch. Gespräche wurden vertieft, Erfahrungen geteilt und neue Kontakte geknüpft – ganz im Sinne des Afterwork-Formats, das Fachwissen und Networking verbindet.

 

Impressionen des Events