Informatik

«Informatik ist auch ein Handwerk» – Die STFW startet durch mit neuer ICT-Abteilung

Die STFW ist seit Jahrzehnten eine feste Grösse, wenn es um handwerkliche Weiterbildung geht – von Elektrotechnik über Gebäudetechnik bis hin zur Fahrzeugtechnik und der Höheren Fachschule. Jetzt kommt ein neuer Bereich dazu: Informatik. Ab Oktober 2026 starten an der STFW vier innovative Lehrgänge im Bereich ICT. Direktor Olaf Pfeifer und Lehrgangsleiter Manuel Largo erzählen, warum Informatik für sie echtes Handwerk ist, wie der Unterricht aussieht und für wen sich die neuen Abschlüsse lohnen.

Schon heute spielt Informatik in allen bestehenden Weiterbildungsbereichen der STFW eine zentrale Rolle – ob in der Elektro-, der Gebäude- und der Fahrzeugtechnik sowie. Mit der neuen ICT-Abteilung macht die STFW diesen Umstand noch sichtbarer und baut ihr Angebot strategisch aus. Im Zentrum stehen praxisnahe Lehrgänge, welche den Einstieg in die Informatik ermöglichen und bereits berufstätigen Fachleuten erlauben, ihr Können weiter zu vertiefen. Im Gespräch geben Olaf Pfeifer, Direktor der STFW, und Manuel Largo, Lehrgangsleiter ICT, Einblick in die Visionen, welche sich hinter der neuen ICT-Abteilung verbergen, und in die vier Lehrgänge, die im Oktober 2026 starten.


Die STFW ist eine technische Fachschule mit starkem Bezug zum Handwerk. Wie passt Informatik da überhaupt hinein?

Olaf: Informatik ist ebenfalls ein Handwerk und passt deshalb gut in unsere Strategie. Es steckt viel Know-how und Macherqualität dahinter, das ist STFW pur.


Was war der Auslöser, Informatik als eigenen Weiterbildungsbereich an der STFW aufzubauen?

Olaf: In der Strategie 2030 hatten wir bereits vermerkt, dass wir einen neuen Bereich etablieren möchten, der uns noch breiter abstützt. Da Informatik in den vier bereits vorhandenen Bereichen eine immer wichtigere Rolle spielt, war es für uns ein logischer Schritt, diese nun als eigenständigen Bereich an die STFW zu holen und hier zu integrieren. Die Informatik soll die Lücke zwischen dem traditionellen und modernen Handwerk schliessen und gleichzeitig ihr Bindeglied sein. Gleichzeitig unterstützt die Informatik die Integration moderner Technologien, wie beispielsweise BIM, in das herkömmliche Handwerk.


Welche langfristige Entwicklung der STFW verbindest du persönlich mit diesem Schritt?

Olaf: Vor über 35 Jahren haben wir letztmals eine neue Abteilung ins Leben gerufen. Jetzt ist es wieder Zeit, Neues zu wagen. Für mich ist das ein logischer Schritt, den wir gehen. Gleichzeitig wünsche ich mir, dass die STFW auch zukünftig die Kraft für Veränderungen hat. Dies ist von enormer Bedeutung für das gesamte Bildungswesen und insbesondere für Berufe, welche starken technologischen Veränderungen unterliegen. 

 

Vier Lehrgänge für ICT-Profis

Welche neuen Lehrgänge im Bereich Informatik starten konkret und an wen richten sie sich?

Manuel: Neu sind die Lehrgänge für den eidgenössischen Fachausweis. Das ist einerseits der « ICT-Application Development Specialist mit eidg. Fachausweis » sowie der « ICT-Platform Development Specialist mit eidg. Fachausweis ». Ausserdem haben wir die zwei Informatik-Lehrgänge der Höheren Fachschule, nämlich den « Dipl. InformatikerIn HF – Schwerpunkt Applikationsentwicklung » und den « Dipl. InformatikerIn HF – Schwerpunkt Systemtechnik », methodisch komplett überarbeitet.
 

Es wird sich also in höchstem Masse lohnen, für die praxisbezogenen Arbeiten den Weg an die STFW auf sich zu nehmen.

Manuel Largo

Lehrgangsleiter ICT

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Was habt ihr an den bestehenden HF-Lehrgängen verändert?

Manuel: Die beiden HF-Lehrgänge wurden inhaltlich aktualisiert und methodisch völlig neu aufgesetzt. Die Studierenden erlernen die notwendigen Kompetenzen im Rahmen eines Projekts, welches sie während des Lehrgangs im Team umsetzen. Selbstverständlich ist es unumgänglich, dass auch die theoretischen Grundlagen erlernt werden müssen. Dies geschieht aber vorwiegend im Remote-Unterricht über Teams oder im Selbststudium mit vorbereiteten Inhalten. Die Lernenden kommen vor Ort an die STFW, um das Gelernte mit fachkundiger Unterstützung und im Austausch mit den KlassenkameradInnen an einem realen und praxisnahen Projekt zu trainieren. Es wird sich also in höchstem Masse lohnen, für die praxisbezogenen Arbeiten den Weg an die STFW auf sich zu nehmen. Die Lehrpersonen agieren an diesen Projekt-Tagen als Coach und Mentor und sind dazu da, die Studierenden bei der Umsetzung des Gelernten in die Praxis zu unterstützen und bei auftretenden Schwierigkeiten und Fehlern zu helfen. Insbesondere Letztere sollen und müssen im Rahmen der Arbeit am Projekt möglich sein. Denn aus Fehlern lernt man bekanntlich am schnellsten.  
 

HF oder eidg. Fachausweis – was passt zu wem?

Wo liegen die Unterschiede zwischen den HF-Lehrgängen und den Lehrgängen mit eidg. Fachausweis?

Manuel: Für diejenigen, welche den Einstieg in den Beruf des Informatikers suchen, sind die HF-Lehrgänge sehr geeignet. Sie qualifizieren grundsätzlich für den Beruf. Die Fachausweise qualifizieren dagegen im Beruf, da sie Spezialisten in bestimmten Bereichen der Informatik hervorbringt. Des Weiteren sind die HF- Lehrgänge inhaltlich breiter abgestützt. Neben der rein fachlichen Ausbildung werden vom Rahmenlehrplan geforderte Querschnittsfächer wie z.B. Mathematik, Physik, Unternehmensführung, Englisch und weitere mehr gelehrt. Das Studium dauert entsprechend länger.  
 

STFW-Direktor Olaf Pfeifer (links) und Manuel Largo (rechts), Lehrgangsleiter ICT, im Gespräch

Zusammenspiel von Theorie und Praxis

Wie sieht die Unterrichtsform der neuen Lehrgänge aus?

Manuel: Wie erwähnt wird in den neuen Informatik-Lehrgängen der Fokus stark auf der Praxis liegen. Theorie wird so viel wie nötig und sinnvoll - oft remote - unterrichtet oder im Selbststudium erarbeitet. Ein grosser Teil der Ausbildung besteht in der Umsetzung eines vorgegebenen, realitätsnahen Projekts im Team unter Aufsicht und mit Unterstützung erfahrener Berufsleute.

Olaf: Und genau hier wird es spannend. Sowohl die Vernetzung der Fächer untereinander als auch die fachlichen Zusammenhänge in der Informatik werden mit dieser Methodik rasch klar, da das dafür nötige Wissen gesamtheitlich vermittelt wird.  Dies stärkt das vernetzte Denken und fördert gleichzeitig die Eigenständigkeit der Studierenden.
 

«Wie?» anstatt «Weshalb?»

Was unterscheidet euer Bildungsangebot von den Informatik-Studiengängen an Hochschulen?

Manuel: Erstens ist das Ziel ein anderes. Bei uns handelt es sich um berufliche Weiterbildungen, an den Hochschulen wird ein akademischer Abschluss angestrebt. An der STFW wird praxisnahes Wissen vermittelt, an den Hochschulen interessiert primär das «Weshalb?».  Zweitens ist die angewandte Methodik in der Ausbildung eine andere. Will man das «Weshalb?» verstehen, rücken Training und praktische Umsetzung in den Hintergrund. Bei uns stehen letztere im Fokus. Wir lehren das «Wie?».

Ein Beispiel: In der Softwareentwicklung werden zahlreiche Verfahren zur Datensortierung unterschieden. Jeder und jede, die schon einmal mit Excel Daten sortiert haben, nutzen diese Verfahren indirekt. An den Hochschulen werden genau solche Verfahren (man nennt sie auch Algorithmen) entwickelt und optimiert. Ziel ist es, die Algorithmen in ihren Grundsätzen zu verstehen. So ist z.B. die Fragestellung, «weshalb» bestimmte Sortier-Algorithmen performanter sind als andere, durchaus sehr spannend. Ohne Fachkräfte, welche sich genau solchen Fragestellungen widmen, gäbe es die Algorithmen erst gar nicht. Wir an der STFW verfolgen ein anderes Ziel. Wir möchten unserer Kundschaft beibringen, welche dieser Algorithmen sich für bestimmte Anwendungsfälle eignen, und «wie» man diese in der Praxis anwendet.

Beide Formen der Lehre sind notwendig und haben ihre Daseinsberechtigung. Die Frage ist, was jeder und jede Einzelne interessierte Person erreichen will und worin der Schwerpunkt liegen soll: tiefes theoretisches Verständnis oder umfangreiche praktische Fähigkeiten.
 

Wir bieten für praxisorientierte Lerntypen ein Schulformat an, das durchaus näher betrachtet werden sollte.

Olaf Pfeifer

STFW Direktor

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Die Vision

Was wünscht ihr euch für die nächsten fünf Jahre für den neuen Informatik-Bereich der STFW?

Olaf: Als allererstes wünsche ich mir zufriedene Kunden. Des Weiteren wünsche ich mir, dass die STFW auch in diesem Bereich eine Schule wird, die methodisch und didaktisch bei den Besten mitwirkt und damit unseren Kunden einen signifikanten Mehrwert bieten kann.

Manuel: Primär erhoffe ich mir, dass die Lehrgänge erstmalig in diesem Jahr und auch in Zukunft regelmässig durchgeführt werden können.  Die Lernenden sollen vom Wissen unserer Praxis-erprobten Lehrkräfte bestmöglich profitieren können. Wir haben das Glück, dass wir einen grossartigen Mix sowohl aus erfahrenen, gesetzteren als auch aus jüngeren, engagierten Fachkräften für die Mitarbeit in diesen Lehrgängen motivieren konnten. 
 

«Alle, die das klassische Lernen satthaben, sind bei uns richtig»

Was möchtet ihr Interessierten mitgeben, die noch unsicher sind, ob eine Informatik-Weiterbildung an der STFW der richtige Schritt ist?

Olaf: Schaut euch das Angebot der STFW an. Fragt genau nach, wenn Unsicherheiten bestehen, und entscheidet euch dann.  Wir sind nicht besser als andere Anbieter, denn auch wir kochen nur mit Wasser. Wir bieten jedoch für praxisorientierte Lerntypen ein Schulformat an, das durchaus näher betrachtet werden sollte – davon bin ich überzeugt.

Infobox

Die neuen ICT-Lehrgänge starten am 26. Oktober 2026. Für alle, die neugierig sind und mehr erfahren möchten, empfehlen wir insbesondere den Infoanlass am 23. März um 18.30 Uhr bei uns vor Ort an der STFW. Gerne informieren und beraten wir Sie auch in einem persönlichen Gespräch.

Und: die vier vorgestellten Informatik-Lehrgänge sind erst der Anfang. Im Frühling 2027 soll das Angebot um einen weiteren Lehrgang ergänzt werden – der «AI Business Specialist mit eidg. Fachausweis» ist bereits in Vorbereitung. Weitere Informationen hierzu folgen bald auf unserer Webseite.