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Wenn Fachkompetenz auf Führung trifft: Rückblick «HF-Network»

Am 8. September 2026 trafen sich ehemalige HF-Studierende an der STFW zum HF-Network-Event. Unter dem Fokusthema Führung zeigten drei Referenten aus Hochschule, Unternehmertum und Militär, wie unterschiedlich Führungsverantwortung aussehen kann und welche Grundsätze sich über diese unterschiedlichen Welten hinweg gleichen.

Der Event «HF-Network» bringt ehemalige HF-Studierende der STFW regelmässig zurück an ihren früheren Ausbildungsort. Im Zentrum stehen das Wiedersehen, der persönliche Austausch und aktuelle Themen, die die AbsolventInnen in ihrem Berufsalltag begleiten.

Beim diesjährigen HF-Network-Event bildete das Thema «Führung» den inhaltlichen Rahmen des Abends. Nach drei Inputreferaten blieb beim Apéro riche Zeit, Kontakte aufzufrischen, neue zu knüpfen und sich über berufliche Erfahrungen auszutauschen.

 

Das waren die drei Referenten des diesjährigen HF-Networks (v.l.): Mischa Wolanin, Simon Hofmann und Daniel Eugster.

Von der HF-Ausbildung in die Führungsverantwortung

Den ersten Input gab Mischa Wolanin, Sektionsleiter an der ETH Zürich. Er nahm die Teilnehmenden mit auf seinen persönlichen Weg vom HF-Abschluss zur Führungsfunktion im Bereich Gebäudeautomation. Dabei schlug er auch die Brücke zurück in seine eigene Ausbildungszeit.

Aufgabenstellungen aus der HF, deren Nutzen für ihn damals nicht immer unmittelbar ersichtlich war, begegneten ihm später in anderer Form wieder. Denn mit wachsender Verantwortung reicht technisches Fachwissen allein nicht mehr aus. Gefragt sind zunehmend Fähigkeiten im Umgang mit Menschen, unterschiedlichen Erwartungen und anspruchsvollen Situationen im Team.

Seine zentrale Botschaft fasste Wolanin in seiner Präsentation so zusammen: «Die HF hat mir die Tür zur Führung geöffnet. Durch diese Tür gegangen bin ich aber erst dank meiner Mitarbeitenden.»

 

Einen Familienbetrieb übernehmen und weiterentwickeln

Einen anderen Blick auf Führung brachte Daniel Eugster, Inhaber und Verwaltungsratspräsident der Haustechnik Eugster AG, mit. Er zeigte anhand der Entwicklung des Familienunternehmens, was Führung bedeutet, wenn unternehmerische Verantwortung, Wachstum und Generationenwechsel zusammenkommen.

Aus dem ursprünglich kleinen Familienbetrieb entstand über die Jahre ein Unternehmen mit rund 50 Mitarbeitenden und mehreren Gesellschaften. Eugster berichtete dabei auch von einer besonderen Herausforderung der Nachfolge: Verantwortung zu übernehmen und eigene Entscheidungen zu treffen, während der frühere Inhaber und Vater weiterhin im Unternehmen präsent ist.

Für Eugster bedeutet ein Generationenwechsel deshalb mehr als die Weiterführung des Bestehenden. Veränderungsbereitschaft, Konfliktfähigkeit, Vertrauen und ein klarer Umgang miteinander gehören für ihn ebenso dazu. Auch die nächste Phase der Unternehmensentwicklung ist bereits ein Thema. Mit einem eingesetzten Geschäftsführer wurden Aufgaben neu verteilt und weitere Schritte für die Zukunft vorbereitet.
 

Was militärische und zivile Führung verbindet

Mit Simon Hofmann, Kommandant der Infanterieschule 11 und Oberst im Generalstab, wechselte die Perspektive zum Militär. In seinem Referat «Zwischen Befehl und Dialog» stellte er seine Organisation bewusst so dar, dass Parallelen zu einem Unternehmen sichtbar wurden: mit Führungskräften, Mitarbeitenden, FachspezialistInnen, klaren Verantwortlichkeiten und gemeinsamen Zielen.

Dabei zeigte sich, dass militärische Führung keineswegs nur aus Befehl und Gehorsam besteht. Auch in einem ausgeprägt hierarchischen System spielen Dialog, Vertrauen und Eigenverantwortung eine wichtige Rolle. Unterstellte werden in die Entscheidungsfindung einbezogen, Fachwissen soll genutzt und Verantwortung bewusst übertragen werden.

Besonders wichtig ist dabei ein Umfeld, das Orientierung und Sicherheit schafft. Führungskräfte sollen Freiräume ermöglichen, in denen Menschen Verantwortung übernehmen, Fehler machen und daraus lernen können. Gleichzeitig braucht es klare Erwartungen und Grenzen. Fehlende Entscheidungen, unklare Kommunikation und unpräzise Anweisungen führen dagegen zu Unsicherheit und beeinträchtigen die Leistung.
 

Drei Perspektiven, gemeinsame Führungsfragen

So unterschiedlich die drei beruflichen Welten sind, an diesem Abend zeigten sich zahlreiche Gemeinsamkeiten. Fachkompetenz schafft eine wichtige Grundlage für den Schritt in eine Führungsfunktion. Gute Führung entscheidet sich jedoch zunehmend dort, wo es um Menschen geht: Verantwortung übertragen, Orientierung geben, zuhören, Entscheidungen treffen und Vertrauen schaffen.

Genau diese unterschiedlichen Perspektiven machten den diesjährigen HF-Network Event aus. Im Anschluss an die Referate verlagerte sich der Austausch zum Apéro riche. Dort blieb Zeit, ehemalige Mitstudierende wiederzutreffen, Erfahrungen aus dem Berufsalltag auszutauschen und neue Kontakte innerhalb des HF-Netzwerks zu knüpfen.

 

Der diesjährige HF-Network Event gab spannende Einblicke in das Thema der Führungskompetenz.

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