Höhere Fachschule

«Ich wollte einen Bildungsweg, der mir verschiedene Optionen offen lässt.»

Eine Weiterbildung lohnt sich so gut wie immer. Martin Bruhin, Leiter Bildung HF an der STFW, hat sich mit Fabio Cefola, Elektrotechnik- HF-Student aus Weinfelden darüber unterhalten, weshalb er sich für die Höhere Fachschule entschieden hat, welchen Herausforderungen er dabei begegnet ist und was für berufliche Möglichkeiten sich daraus ergeben.


Martin Bruhin (MB): Fabio, du bist in Weinfelden aufgewachsen. Warum hat es dich für die HF nach Winterthur gezogen?

Fabio Cefola (FC): Ja genau, ich habe schon immer in Weinfelden gewohnt. Nach Winterthur zu gehen war für mich praktisch, weil ich in Winti arbeite und die STFW in der Nähe meines Arbeitsorts liegt. Die Unterrichtstermine am Abend kann ich direkt nach der Arbeit besuchen. Zudem kennt mein Betrieb die Schule bereits und hat gute Erfahrungen mit der STFW gesammelt.

 

MB: Warum hast du dich für die HF Elektrotechnik entschieden?

FC: Ich wollte einen Bildungsweg, der mir verschiedene Optionen offenlässt. Auch die Informatik wäre spannend gewesen, allerdings habe ich noch keine Arbeitserfahrung in diesem Bereich. Daher war die Elektrotechnik für mich sinnvoller als eine komplette Umschulung in den IT-Bereich. Büroarbeit, reine Projektleitung oder Elektroplanung waren eher nicht mein Ziel. Eine Weiterbildung in der Elektroinstallation fiel für mich als Netzelektriker ebenfalls weg. Grundsätzlich wollte ich einfach aus der Komfortzone heraus und etwas machen, das mich fordert und mir neue Horizonte eröffnet. Alle diese Faktoren haben mich auf den Lehrgang HF Elektrotechnik an der STFW gebracht.

 

MB: Hast du gewusst, was auf dich zukommt?

FC: Teilweise ja, aber nicht in diesem Ausmass. Zu Beginn fand ich die HF-Breite etwas herausfordernd. Einige Themen, die erst jetzt in den oberen Semestern behandelt werden, hätten für mich früher und intensiver behandelt werden dürfen. Allerdings hätten dann bestimmt auch viele Grundlagen gefehlt. Da ich ein wissbegieriger Mensch bin, habe ich mich den verschiedenen Inhalten gestellt und bin dem vorgegeben Weg des Lehrplans gefolgt. Bisher zum Glück mit Erfolg.

Fabio Cefola aus Weinfelden studiert Elektrotechnik-HF an der STF in Winterthur.

Grundsätzlich wollte ich einfach aus der Komfortzone heraus und etwas machen, das mich fordert und mir neue Horizonte eröffnet.

Fabio Cefola

Student HF Elektrotechnik

MB: Was waren bisher deine grössten Aha-Momente an der STFW?

FC: Vor allem in Elektronik, Leistungselektronik und in den Grundlagen der Informatik habe ich viel für die Praxis mitgenommen. Auch die Mathematik tauchte in verschiedenen Modulen auf und zunehmend auch in meinem Berufsalltag. Das Umstellen von Gleichungen war für mich besonders wichtig. Viele Aha- Momente hatte ich auch in den Grundlagen der Gebäudetechnik. Da entsteht ein wirklich breites Verständnis für den Bau.

 

MB: Und wie hast du dich persönlich verändert?

FC: Die Entwicklung, die ich im Bereich Informatik und Programmierung machen durfte, war super, wenn auch streng. Es ist halb Handwerk, halb PC, das gefällt mir sehr. Aus einer Idee etwas fertig zu programmieren war für mich genial. Ich habe zu Hause schon mehrere 3D Drucker und auch hier hat mir das Wissen aus der Elektrotechnik sehr geholfen. Insgesamt bekommt man viel mehr Tiefe und lernt, Termine und Prüfungen besser zu planen.

 

MB: Wie hat die HF deinen Berufsalltag beeinflusst?

FC: Ich verstehe gewisse Dinge heute viel besser, besonders das Schemalesen. Die verschiedenen Module während des Lehrgangs haben mir geholfen logischer zu denken und Zusammenhänge schneller zu erkennen. Das bringt mir im Berufsalltag auf jeden Fall etwas.

 

MB: Und wie geht es nach der HF weiter?

FC: Ganz genau weiss ich es noch nicht. Vielleicht hänge ich noch Informatik an. Ich bin eher zurückhaltend und bescheiden, aber ich möchte mich auch in Zukunft weiterentwickeln. Wenn ich zurückblicke, war es die richtige Entscheidung.

 

MB: Würdest du es wieder so machen?

FC: Ja, auf jeden Fall. Die STFW ist eine faire Schule, man wird gefordert und gefördert. Auch als Quereinsteiger bekommt man eine Chance. Und ehrlich gesagt: Wenn ich etwas ändern könnte, hätte ich die HF noch früher gemacht.

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